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TV Bassenheim mit neuem, alten Konzept

BASSENHEIM. Nachdem Ende Oktober die Oberligasaison der Handballerinnen zunächst unterbrochen wurde, folgte im Januar die Annullierung, ohne dass die Damen I des TV Bassenheim ein einziges Saisonspiel bestreiten konnten. Auch wenn der Ball nach wie vor ruht, waren die Verantwortlichen beim TVB nicht untätig. Man nutzte die spielfreie Zeit, um das eigene Tun zu reflektieren und sich auf Gutes aus der Vergangenheit zu besinnen. Als Ergebnis präsentiert sich Bassenheim mit neuem, alten Konzept und in enger Kooperation mit dem eigenen Nachwuchs.

Bereits im Dezember konnte der Vertrag mit Trainer Marcus Schütz verlängert werden. „Mit dieser Vertragsverlängerung konnten wir den ersten Grundstein für die neue Saison legen. Marcus bringt Oberliga- und Regionalligaerfahrung mit und passt menschlich hervorragend zu Verein und Mannschaft.“ Jessica Gerlach wird ihn weiterhin als Co-Trainerin unterstützen. „Wir sind froh, dass wir auch in der kommenden Saison mit unserem erfahrenen Trainerteam planen können“, freute sich der Abteilungsleiter Handball Udo Chandoni.


Marcus Schütz bleibt auch im nächsten Jahr Trainer beim TVB

Nachdem von offizieller Seite bekannt gegeben wurde, dass für die kommende Saison jeder Verein für die 3. Liga melden kann, kochte die Gerüchteküche im Handballverband Rheinland in den letzten Wochen fast über und die Telefone einiger Spielerinnen des TV Bassenheim standen nicht mehr still. Gleich von mehreren Vereinen aus der Region, auch aus der 3. Liga, wurden die jungen Damen umschwärmt. Einer der Interessenten war u.a. ein Liga-Konkurrent aus dem Bereich Koblenz, der erst kürzlich mit ambitionierten Zukunftsideen von sich reden machte. Das große Interesse spricht selbst redend für die Qualität der TVB Spielerinnen.

Obwohl in den vorangegangenen Wochen durch Meldungen über Neuzugänge häufig der Eindruck entstehen konnte, dass die Konkurrenz das Rennen macht, kann der TV Bassenheim sich heute, zahlreiche Telefon- und Videokonferenzen später, mit freudigen Nachrichten an die Öffentlichkeit wenden. Mit Jana Schubert, Carolin Wambach, Hannah Schlapp und Nicole Hommen verbleiben vier Leistungsträgerinnen beim TV Bassenheim.

Die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft müssen gestellt werden. Dies kann nur gelingen, wenn junge Talente frühzeitig gefördert und gefordert und mit dem Seniorenbereich vernetzt werden. Der TVB hat sich dies ganz groß auf die Fahnen geschrieben. Nur mit eigener, qualitativ hochwertiger Nachwuchsarbeit und einer starken Kooperation von Jugend- und Seniorenbereich sind Damenmannschaften in höheren Ligen langfristig konkurrenzfähig. Mit der JSG Welling / Bassenheim ist die Basis bereits geschaffen. Sie bietet eine gute Grundlage für beide Vereine. Hier wird durch die verantwortlichen Trainer schon jetzt innovativ und qualitativ hochwertig mit den jungen Talenten gearbeitet. Nur so sind bestmögliche Ergebnisse mannschaftsübergreifend realisierbar. Durch das neue Konzept sind die Zukunftsaussichten des TV Bassenheim gut und dürften ein wichtiges Argument für den Verbleib der umworbenen Spielerinnen in ihrer Heimmannschaft gewesen sein.

Die Freude über die Zusage der vier ist innerhalb der Mannschaft ebenso groß, wie die des Vereinsvorstandes. Der erste Vorsitzende Josef Bartz betont, dass bei den Bemühungen um Konzept und Kader vor allem Jessica Gerlach und Steffi Henn hervorzuheben sind. Während Jessica Gerlach sich hauptsächlich um die sportliche Konzeption und Ausführung, sowie um die Koordination zwischen Senioren und Jugend kümmert, ist Steffi Henn allgemein für alle Dinge rund um die Damen des TV Bassenheim verantwortlich. Die Mannschaftsführerin der Damen I hat sich bereits in den vergangenen Jahren als Mitglied des Abteilungsvorstandes um die Belange des weiblichen Bereiches gekümmert. Eines ihrer Aufgabengebiete umfasste die sehr zeitintensive Kaderplanung der Seniorenteams.


Hauptverantwortlich für Konzept und Kader sind Jessica Gerlach und Steffi Henn (von Links)

Wie der TV Bassenheim bekannt gibt, stehen zum heutigen Zeitpunkt neben den bereits erfolgten Zusagen noch einige weitere aus. Man bleibt optimistisch, dass es mit der Entscheidung der vier Spielerinnen, dem TVB treu zu bleiben, noch mehr Argumente für den Verein sind.

„In den letzten Wochen haben wir mit viel Elan und Engagement hart an einer Neu-Konzipierung gearbeitet. Schön zu sehen, dass diese Arbeit von unseren Spielerinnen honoriert wurde. Der theoretischen Arbeit müssen nun Taten folgen“, betont Steffi Henn. „Die Mannschaft und der Verein werfen hierbei keine utopischen Zielformulierungen in den Raum, sondern arbeiten auf der Grundlage des realistisch Umsetzbaren. Junge Spielerinnen zu integrieren und im Seniorenbereich oberligatauglich (oder mehr) zu machen, steht hier als zentrales Thema im Raum. Dabei darf jedoch die individuelle Förderung einer jeden Spielerin, ganz egal ob jung oder alt, nicht zu kurz kommen“, so Steffi Henn mit Blick auf die gesamte Mannschaft weiter.

Als Jessica Gerlach das Traineramt der ersten Damenmannschaft in Bassenheim zur Saison 2012/13 übernahm, realisierte man gemeinsam ein ähnliches Konzept. Der TV Bassenheim und Jessica Gerlach bündelten junge Talente mit erfahrenen Spielerinnen aus Jugend und Umgebung und formten sie zu einer Mannschaft. Durch eine gezielte Förderung erreichte die Trainerin mit dem Team, nach nur einem gemeinsamen Jahr in der RPS-Oberliga, den Aufstieg in die 3. Liga. Aufgrund von Abgängen und Babypausen einiger Leistungsträgerinnen, sowie mangelnder Erfahrungen in der ein oder anderen Situation konnte man diese zwar nicht halten, etablierte sich jedoch zu einem Top Team der Oberliga. Die jungen Talente von damals haben sich dank des Trainings zu den heutigen Stützen ihrer Mannschaft und namhaften Oberligaspielerinnen entwickelt.

Der TV Bassenheim möchte sich mit dem neuen alten Konzept nun wieder bestmöglich präsentieren und den Handball vor allem für junge Spielerinnen attraktiv machen. Dabei wird Jessica Gerlach, Marcus Schütz wieder mehr unterstützen.

Die Spielerinnen des TV Bassenheim – in Kombination mit der JSG Welling / Bassenheim – und die Talente aus der Region sollen in Bassenheim die Gelegenheit erhalten, ab der Jugend gefördert und gefordert zu werden. Es ist wichtig den Übergang in den Seniorenbereich sanft zu gestalten. „Selbst wenn man in der Jugend-Oberliga gespielt hat, ist eine Damen-Oberliga von der Spielweise und der körperlichen Robustheit etwas ganz anderes“, weiß die studierte Diplom Sportwissenschaftler- und ehemalige Bundesligaspielerin Jessica Gerlach. „Bei aller Förderung muss darauf geachtet werden, die Mädchen nicht zu „verheizen“. Es ist wichtig, so lange wie möglich in seiner Altersklasse zu spielen und sich nebenbei, dosiert, an den Seniorenbereich heranzutasten. Wir haben in der 1. Damenmannschaft eine gut durchmischte Altersstruktur. Es gibt viele erfahrene Spielerinnen, welche über Jahre hinweg in der dritten Liga und der Oberliga zu den Leistungsträgern gehörten. Von solchen Leuten kann man in Training und Spiel lernen, ohne die gesamte Last der Verantwortung schultern zu müssen.“

Kooperation und Kommunikation zwischen den Mannschaften und mit dem Vorstand sind hier ein wichtiger Aspekt. „Wir wollen Anlaufstelle für junge Talente sein. Ein einheitliches und durchdachtes Konzept und viel Liebe zum Handball geballt mit umfassender Fach-Kompetenz sollen den Weg in den Seniorenbereich ebnen. Ob bei uns oder in höheren Spielklassen, es geht um Forderung und Förderung junger Spielerinnen und darum, ihnen Perspektiven zu bieten. Wir haben, neben dem restlichen Vereinsvorstand, vor allem Steffi Henn als Verantwortliche für den weiblichen Bereich. Sie ist sehr engagiert und zuverlässig. Außerdem hat die JSG gut ausgebildete Jugendtrainer. Mit Jessica Gerlach und Nathalie Oster haben wir sogar die ehemaligen Landestrainerinnen der Rheinland-Pfalz Auswahl in unseren Reihen. „Sie bringen sehr viel Wissen und Erfahrung in der Talentförderung mit, welches uns nur nützlich sein kann“, fasste Josef Bartz Ziele und Vorteile des TVB zusammen.

„Durch ein gezieltes Fördertraining sollen sowohl junge, als auch die gestandenen Spielerinnen mannschaftsübergreifend verbessert werden. Das Training muss auf verschiedene Themenbereiche, wie beispielsweise die Verbesserung der Athletik, Ausgleich muskulärer Dysbalancen, Technikerwerb und -verbesserung, positionsspezifische Anforderungen oder das Arbeiten in Kleingruppen ausgerichtet sein. Ein frühzeitiges Heranführen an einheitliche Spielkonzepte erleichtert den Übergang in den Seniorenbereich zusätzlich. Ich freue mich auf meine Aufgaben und die Arbeit mit den Jungen und den Alten, gemeinsam mit den verantwortlichen Trainern.“, erläutert Jessica Gerlach abschließend mit einem Lächeln und voller Motivation und Tatendrang.

Über TVB Markus

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