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Beim TVB geht’s Selbstbewusstsein flöten

Bassenheim. Es war ein sehr stiller Feiertag für das junge Frauenteam des TV Bassenheim: Am Allerheiligen-Abend setzte es eine deftige 26:35-Schlappe. „Uns fehlt die Lockerheit“, stellte Trainerin Jessica Gerlach nach der zweiten Heimniederlage fest, während die Gäste aus Püttlingen sich auf dem Parkett im Freudentanz drehten und ihren dritten Sieg nach Gang in der Handball-Oberliga feierten.

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Die flinke Jana Schubert (am Ball) sorgte in der Anfangsphase für viel Gefahr und einige Tore, doch am Ende konnte die Spielerin des TV Bassenheim die 26:35-Niederlage gegen Püttlingen auch nicht verhindern.
Foto: Wolfgang Heil – Heil

Dabei hatte es gut angefangen, eine Viertelstunde lang sah es nach dem erhofften unbeschwerten Auftritt aus. Schnell waren die Gastgeberinnen auf 4:1 davongezogen, der Vorsprung wurde bis zum 11:8 gehalten. Vor allem die flinke Jana Schubert wusste in dieser Phase die Löcher in Püttlingens Verteidigung zu nutzen.

Gäste-Trainer Hans-Werner Müller reagierte und nahm eine Auszeit. „Ich habe unsere Deckung von 5:1 auf 6:0 umgestellt, damit kam unser Gegner nicht zurecht, warum auch immer“, benannte der Coach die aus seiner Sicht spielentscheidende taktische Maßnahme. Was allerdings nur unzureichend erklärte, warum der TV Bassenheim die Partie Mitte der ersten Halbzeit aus der Hand gab und innerhalb von fünf Minuten fünf Gegentore kassierte: Von 12:10 auf 12:15. „Da wird mal etwas falsch gemacht und zu lange darüber nachgedacht, vier, fünf Fehler folgen, das Selbstbewusstsein geht flöten, und plötzlich ist die ganze Mannschaft verunsichert“, versuchte Jessica Gerlach die Vorgänge in den Köpfen ihrer Spielerinnen zu ergründen. Nach Püttlingens 12:12-Ausgleich, 18 Minuten waren gespielt, hatte sie ihrerseits eine Auszeit genommen, geholfen hat’s nicht.

Ohne große Mühe verteidigte der Gast aus dem Saarland seine Führung bis zur Pause (14:18). Im Rückraum verteilte Aleksandra Jelicic mit all ihrer Routine – sie ist Jahrgang 1974! – den Ball mal auf die Flügel, wo vor allem rechts Nathalie Oster und Gina Spreda ihre liebe Mühe hatten, oder sie aktivierte das Spiel am Kreis. Von klugem Aufbau, einstudierten Spielzügen und effektivem Abschluss war auf der Gegenseite bis zum Schlusspfiff nicht mehr viel zu sehen. „Wenn sich die Fehler summieren, werden Absprachen vergessen und jede lässt die andere im Regen stehen“, kritisierte Trainerin Gerlach mit deutlichen Worten. Beim TV Bassenheim behalf man sich vermehrt mit Einzelaktionen, die meist mit viel Einsatz gestoppt wurden (15 Siebenmeter sprechen eine ebenso deutliche Sprache wie die daraus resultierenden neun Treffer, eine wenig berauschende Quote von 60 Prozent) oder an Püttlingens Torfrau Conny Holz scheiterten. „Sie war heute in Bestform“, lobte ihr Trainer Müller.

Mit Fortdauer der Begegnung vergrößerte sich Bassenheims Rückstand auf bis zu zehn Tore: 19:29. In der mäßig gefüllten Karmelenberghalle herrschte feiertägliche Ruhe, nur kurz unterbrochen von einem Geplänkel zwischen Gerlach und dem Gäste-Zeitnehmer. Am Ende war es, wenigstens dies, keine zweistellige Differenz, aber ein „von der Tabellensituation her unerwartet deutliches Ergebnis“, so Püttlingens Coach. Das Maskottchen auf der Gästebank, der Püttlinger Piranha, hatte zugebissen. „Man kommt von der dritten Liga runter und meint, mehr können zu müssen als die anderen“, sprach Jessica Gerlach von „selbst gemachtem Druck“. Dem hatte man diesmal nicht standhalten können, „aber ich übe mich in Geduld“, versicherte die Trainerin, „das wird noch besser“.

Bassenheim: M. Schmitt, Schönfels, Balmert; Sorger (6/2), Schubert (4), Oster (3), S. Henn (1), Klapperich, Spreda, N. Schmitt, J. Schmitt (10/7), Schubert (1), C. Henn (1), Müller.

Von unserem Mitarbeiter Thomas Wächtler

Quelle: Rhein-Zeitung (03.11.2014)
www.rhein-zeitung.de

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